Schlagwort: Brot

Mein erstes Sauerteigbrot! Und so könnt ihr’s nachmachen.

Ich bin schon lange um Sauerteig herumgeschlichen. Aber lange habe ich mich nicht an ihn herangetraut. Zu aufwändig und zu zeitintensiv, habe ich mir gedacht. Nun ja, der Sauerteig braucht Zeit, aber mehr passive Wartezeit. Zu tun hast du damit nicht wirklich viel. Zwischendurch ein wenig füttern, umrühren und zum Schluss kneten. Das war’s schon.

Sauerteigrezepte und Anleitungen gibt es im Internet wie Sand am Meer. Ich habe mich durch Etliche durchgelesen. Am übersichtlichsten fand ich die Schritt-für-Schritt-Anleitung von Ylva von Der Klang von Zuckerwatte. Also habe ich damit begonnen mein Anstellgut nach ihrer Anleitung zu züchten. Naja, zumindest so ungefähr nach Rezept. Ich wäre ja nicht ich, wenn ich Anleitungen genauestens befolgen würde.
Ylva hat mit Roggenmehl gearbeitet. Das hatte ich aber gerade nicht zur Hand. Bei mir wurde also aus einem Roggenbrot ein Brot aus Weizenmehlgemisch. Ich habe mit Halbweissmehl und Ruchmehl gearbeitet.

Zutaten:

  • 465 g Halbweissmehl & 5 EL
  • 200g Ruchmehl
  • Wasser
  • 1 EL Salz

Zudem brauchst du:

  • Ein Einmachglas (ich arbeite mit einem Weckglas)
  • Gärkörbchen
  • Gusseisentopf mit Deckel (meiner ist von Le Creuset)
  • Küchenmaschine zum Kneten (z.B. Kitchen Aid) Von Hand geht’s auch, ist aber sicherlich anstrengender.

So geht’s:

Anstellgut

Tag 1: Achte darauf, dass dein Einmachglas sehr sauber und frei von Waschmittelrückständen ist.
Gib nun 1 EL Halbweissmehl und 2 EL handwarmes Wasser in dein Einmachglas und verrühre beide Zutaten gut miteinander. Nun habe ich den Deckel und die Gummidichtung meines Weckglases lose, ohne die Klammern zu benutzen, auf das Glas gesetzt und an einen Platz gestellt, wo es gemütlich warm und ruhig ist. Das war’s schon für den ersten Tag.

Tag 2: Dein Anstellgut hat Hunger. Füttere es mit einem weiteren EL Halbweissmehl und 2 EL handwarmen Wasser. Verrühren und wieder lose abgedeckt zurück an seinen Platz stellen.

Tag 3: Mein Gemisch hat nun erste Blasen geschlagen. Zudem riecht es meiner Meinung nach nach Schweissfüssen und Hefe. Ein, hmmm, sagen wir mal interessanter Duft. Solange sich aber kein Schimmel bildet und nichts faulig riecht, ist alles in Ordnung. Das muss so. Wir füttern unser Anstellgut mit einem weiteren EL Halbweissmehl und 2 EL Wasser. Abdecken und warten.

Tag 4: Das Gemisch lebt und blubbert fröhlich vor sich hin. Es kann sein, dass sich das Mehl ein bisschen abgesetzt hat und unten liegt, während das Wasser oben aufschwimmt. Nicht weiter schlimm. Verrühren und mit einem weiteren EL Halbweissmehl und 2 EL Wasser füttern. Abdecken und Geduld haben.

Tag 5: So, fast hast du es geschafft. Der Teig ist gewachsen und sollte immer noch blubbern. Heute gibt es nur noch
1 EL Halbweissmehl. Verrühren und nochmals abgedeckt stehenlassen.

Tag 6: Du hast es geschafft. Dein Anstellgut ist fertig und kann nun verwendet werden. Falls du gerade keine Zeit zum Backen hast, lagerst du dein Anstellgut bis zu seiner Verwendung zugedeckt im Kühlschrank. Ich habe mein Weckglas zur Lagerung im Kühlschrank richtig mit Klammern und Gummidichtung verschlossen.

Das Brot

Bist du nun bereit mit deinem Anstellgut das erste Brot zu backen? Legen wir los!

Stelle eine Schüssel bereit. Ich nehme am liebsten meine Schüssel mit dem passenden Deckel, da der Teig später zugedeckt ruhen muss. So spare ich an unnötigem Müll.
In deiner Schüssel verrührst du mit einem Löffel:

  • 20 g von deinem Anstellgut
  • 200 g Halbweissmehl
  • 200 ml Wasser

Deckel auf die Schüssel und bei Zimmertemperatur ungefähr 20 Stunden ruhen lassen.
Et voilà, dein Sauerteig ist geboren!

Damit dir dein Anstellgut nie mehr ausgeht, kannst du vom Sauerteig ein EL wegnehmen und in dein Anstellgut einrühren. Das Anstellgut reicht nun wieder für mindestens ein neues Brot und kommt zurück in den Kühlschrank bis zum nächsten Einsatz.

Nach 20 Stunden Geduldsprobe geht es weiter mit deinem Brot.
Gebe zu deinem Sauerteig weitere

  • 265 g Halbweissmehl
  • 200 g Ruchmehl
  • 1 EL Salz
  • 230 ml Wasser.

Der Teig ist nun klebrig und irgendwie zäh. Ich lasse also meine KitchenAid die Arbeit machen und knete den Teig für etwa 10 Minuten in der Maschine bis eine geschmeidige Teigkugel entsteht. Schüssel abdecken und Teig für 45 Minuten ruhen lassen.

Nach 45 Minuten knetest du deinen Teig erneut durch, deckst ihn wieder ab und gönnst ihm weitere 45 Minuten Ruhe.

Nun wird es Zeit dein Gärkörbchen einzumehlen. Meines ist rund und ich habe es hier gekauft. Forme deinen Teig zu einer Kugel, gebe ihn in dein Gärkörbchen und decke das Ganze wieder zu. Du brauchst nun weitere 45 Minuten Geduld.

Etwa 15 Minuten vor Ablauf der letzten Gehzeit heize ich meinen Ofen sowie den Gusseisentopf auf. Dazu den Ofen auf 230°C Ober- und Unterhitze vorheizen und den Gusseisentopf in den Ofen schieben, damit dieser ebenfalls schon heiss ist.

Sind die 45 Minuten im Ruhezeit im Gärkörbchen um und sind dein Ofen sowie der Gusseisentopf heiss? Gut!
Gebe deinen Teig in den Gusseisentopf (vorsichtig, sehr heiss!) und setzte den Deckel drauf. Der Topf kommt zusammen mit seinem wertvollen Inhalt schnell zurück in den Ofen. Setze deinen Timer auf 30 Minuten. Nach 30 Minuten erst nimmst du den Deckel des Topfes ab und bäckst dein Brot im Topf ohne Deckel für weitere 10 Minuten. So wird die Krume schön goldbraun und knusprig.

Nun brauchst du ein letztes Mal Geduld. Brot sollte vor dem Anschneiden auskühlen. Aber wer kann schon dem unwiderstehlichen Duft widerstehen?

Guten Appetit!

Sauerteig

Mmmmh, Bagels!

Ich liebe Bagels! Mein Mann liebt sie. Die ganze Familie mag sie wirklich gerne! Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und traue mich zu sagen: Jeder mag Bagels!

Bagels gehören für mich zu einem New York Besuch einfach dazu. Aber nach New York komme ich leider nicht allzu oft. Und ich mag Bagels viel zu gerne, um sie nur in New York zu essen. Vor Jahren habe ich das erste Mal selber welche gebacken. In meiner Erinnerung war die Herstellung ziemlich aufwändig und das Resultat ein bisschen trocken. Daher habe ich zwischendurch Aufback-Bagels gekauft, die natürlich nicht mit einem echten New Yorker Bagel zu vergleichen sind. Aber besser als gar keine Bagels sind sie allemal.

Nun, Jahre später, mit mehr Backerfahrung und einem viel besseren Ofen, habe ich mich aber nochmals an die Herstellung gewagt und siehe da, sie sind gelungen. Ich habe mich dabei am Rezept von Christine orientiert, aber wie immer ein paar Änderungen vorgenommen.

img_20161023_111101_1

Zutaten:

  • 1 Pck. Trockenhefe
  • 500 g Halbweissmehl
  • 1 EL Ahornsirup
  • 1 EL Salz
  • ca. 250 ml Wasser
  • 3 EL geschmacksneutrale Öl oder Margarine geschmolzen
  • Wer will: Samen, Kerne, Nüsse, Kräuter oder Käse zum Bestreuen

So geht’s:

  1. Alle Zutaten bis und mit Öl in einer Schüssel miteinander vermengen. So lange kneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. ist der Teig zu feucht, gib noch ein bisschen Mehl dazu, ist es zu trocken, nimm noch ein bisschen Wasser.
  2. Den Teig zu einer Kugel formen, zurück in die Schüssel geben und diesen zugedeckt an einem warmen Ort etwa 45 Minuten ruhen lassen.
  3. Der Teig sollte sich nun etwa in seiner Grösse verdoppelt haben. Nun den Teig zu zehn gleich grossen Kugeln formen und nochmals 15 Minuten ruhen lassen.
  4. In der Zwischenzeit kannst du einen grossen Topf Salzwasser zum Sieden bringen. Wenn du einen herkömmlichen Backofen besitzt, würde ich diesen auf 230°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
    Ich besitze einen Kombi-Steamer von VZug. Mit der Funktion „Profi Backen“ muss der Ofen nicht vorgeheizt werden, sondern das Backgut kann direkt eingeschoben werden, das Gerät übernimmt die restliche Arbeit und reguliert die Temperatur und Feuchtigkeit von alleine.
  5. Nachdem die Teigkugeln 15 Minuten gegangen sind, mit den Fingern in der Mitte der Kugeln ein Loch formen.
  6. Dann die Bagels für zwei Minuten ins siedende Salzwasser geben. Nach einer Minute die Bagels wenden. Nicht alle Bagels aufs Mal in den Topf geben. Sie gehen im Wasser noch etwas auf, dann wird es zu eng. Lieber in Etappen arbeiten.
  7. Die Bagels aus dem Wasser nehmen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  8. Wer will kann nun die noch feuchten Bagels mit Samen, Körnern, Nüssen, etc. bestreuen. Ich habe die Hälfte mit Sesamsamen bestreut, die anderen habe ich „plain“ gelassen, wie der Amerikaner so schön sagt.
  9. Die Bagels im Ofen etwa 20-25 Minuten backen. Falls die Bagels im herkömmlichen Ofen gebacken werden, lohnt es sich eine feuerfeste Schale mit ein bisschen Wasser gefüllt in den Ofen zu stellen. So wird während des Backvorgangs Feuchtigkeit abgegeben und die Bagels trocknen nicht so schnell aus. Allenfalls muss auch nach etwa 10 Minuten Backzeit die Backofentemperatur auf 200°C runtergeschaltet werden.

Grissini mit Kräutern oder eine Erinnerung an Florida

Im August waren mein Mann und ich für drei Wochen in Florida. Es war nicht unser erster Besuch dieses Bundesstaates und so liessen wir die Sehenswürdigkeiten links liegen und konzentrierten uns vorallem auf Eines: Auf das Entspannen an den wunderschönen Stränden!

Ich bin ein grosser Fan von Floridas wunderschöner Natur. Nur das Amerikanische Essen sagt mir nicht so zu. Natürlich mag ich einen leckeren, gut gemachten Veggie-Burger, aber nach dem dritten in Folge reicht es mir meistens. Daher haben wir uns oft in unserem Appartement selbst verpflegt oder direkt am Strand oder in einem Park gepicknickt. Beim Einkaufen der Lebensmittel hatten wir die Qual der Wahl und ich konnte von der riesigen Auswahl in den „Whole Foods Markets“ nicht genug kriegen. Was bei fast jedem Einkauf mitdurfte, waren die Rosmarin Meersalz Grissini und der Zitronen-Hummus. Die Grissini waren so gut, dass sie sich einfach so knabbern liessen. Noch besser schmeckten sie mir persönlich aber in den Zitronen-Hummus gedippt. Am aller Besten waren die beiden Dinge natürlich in Kombination mit einem eiskalten Glas Weisswein mit Sicht aufs Meer.

Hier in der Schweiz ist es seit einigen Tagen ungemütlich kalt und regnerisch. Kein Wunder, dass ich mich nach Wärme und Sonne sehne. Um die Ferienerinnerung wieder aufleben zu lassen, habe ich mich heute also an Kräuter Grissini versucht.

Processed with Rookie Cam

Zutaten für circa 50 Stück:

  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • 1 1/2 TL Salz (ich habe Herbamare von A. Vogel verwendet)
  • 300 g Halbweissmehl
  • 2 EL sehr fein gehackter Rosmarin oder andere (getrocknete) Kräuter
  • 3 EL Basilkum-Olivenöl (kann auch durch Olivenöl ersetzt werden)

So geht’s:

In einer Schüssel zuerst alle trockenen Zutaten vermischen. Dann eine Kuhle formen und das Wasser und das Öl hineingeben. Zu einem elastischen Teig kneten. Ist der Teig zu feucht, füge noch ein wenig Mehl hinzu, ist er zu trocken, gebe Wasser dazu. Ist der Teig elastisch, zu einer Kugel formen und abgedeckt so lange ruhen lassen bis er sich in der Grösse in etwa verdoppelt hat. Bei mir hat das etwa 45 Minuten gedauert.

Den Ofen auf 200°C Umluft vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig in etwa 50 gleichgrosse Stücke unterteilen. Jedes Teigstück zwischen den Handflächen zu einem Grissini rollen bis es die gewünschte Dicke erreicht hat. Die fertigen Grissini auf das Backblech legen. Zwischen den einzelnen Grissini ein wenig Abstand lassen. Sie können beim Backen leicht aufgehen. Je nach Ofen 10-15 Minuten backen bis sie goldbraun sind. Rausnehmen und gut abkühlen lassen. Geniessen! Oder in einer luftdichten Dose verpacken. Achtung, vorher komplett auskühlen lassen, sonst verlieren die Grissinis ihre Knusprigkeit.

Follow my blog with Bloglovin